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Kathrin Hilbers Blog

Lernen aus der Finanzkrise- ein löbliches Beispiel

Ich gebe es zu: manchmal fehlt mir die Zeit und die Lust, mich mit den vielen Rechtfertigungen und Kommentaren zur Finanz-und Wirtschaftskrise zu befassen. Ein Artikel hat mich aber gefreut:
In einer Beilage des St.Galler Tagblatts zum Finanzplatz Ostschweiz vom 6. April 2009 befasst sich Prof. Dr. Fredmund Malik mit der Krise. Er macht bemerkenswerte Aussagen. Endlich übt ein anerkannter Experte öffentlich Kritik an den bisherigen Werten und Zielen der Finanzwelt, setzt sich selbstkritisch damit auseinander.
Mich haben folgende Aussagen beeindruckt:

“Die tieferliegenden Ursachen stecken unter anderem in der auf dem Shareholder-Value-Prinzip beruhenden Corporate Governance, die eine systematische Irreführung der Unternehmensführung zur Folge hatte. An der Konstruktion dieser Corporate Misgovernance haben vorwiegend Finanzexperten und Juristen sowie Ökonomen des Neoliberalismus mitgewirkt” (F.Malik, Tagblatt 6. April 2009)
Interessant auch, dass Prof Malik die Abkehr von der “Best Practice” hin zur “Right Practice” fordert und er sagt voraus, dass für die globalen Gesellschaften in Zukunft das Wissen wichtiger sein werde als das Geld.
Interessant, oder?

Ich erinnere mich sehr geanu an die Diskussionen zum Neoliberalismus. Die Deregulierungs- und Privatisierungsdebatten in den 1990er-Jahren klingen noch in meinen Ohren. Wer damals an diesem Weg zweifelte, wurde hart kritisiert. Und heute? Der Staat soll es richten, Lastenverschiebungen tragen, stützen und sichern. Ja, hoffentlich vergessen jene Kräfte die Rolle des Staates auch dann nicht, wenn es der Wirtschaft wieder besser geht. Ich denke da weniger an Geld als an ein anderes Denken, ein bescheideneres Auftreten und an ein mentales Eingeständnis, das dem Staat mehr Wertschätzung entgegen bringt!

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