Ungerecht
Vor einigen Tagen haben sich die Finanz-und Gesundheitsdirektoren aus allen Kantonen erneut gegen eine Lastenverschiebung im KVG zur Wehr gesetzt. Heute können alls Grundversicherten innerhalb des Kantons frei wählen, in welchem Spital sie sich behandeln lassen wollen. Und wer diese Freiheit für die ganze Schweiz haben will, kann für wenig Geld eine Zusatzversicherung abschliessen. Wenn es nun nach dem Willen des Ständerates geht, müssten die Kantone für diese freie Spitalwahl die Kosten übernehmen und auf diesem Weg die Privatversicherer entlasten. Anders gesagt: die freie Spitalwahl würde mit Steuergeldern finanziert, die das private Zusatzversicherungsgeschäft entlasten würde. Für den Kanton St.Gallen würde das eine zusätzliche Belastung von jährlich über 50 Millionen Franken oder etwa fünf Steuerprozente bedeuten. Ärgerlich, dass unsere beiden Ständeräte Eugen David und Erika Forster die Interessen des Kantons nicht vertreten und zu dieser Lastenverschiebung Ja sagen. Kein Wunder, denn Eugen David hat als Helsana Verwaltungsratspräsident verschiedene Hüte an…..
Liebe Kathrin
Da bin ich nun aber sehr überrascht, wie einseitig du den Entscheid des Ständerates kommentierst. Dabei weisst du ganz genau, wie dieser wirklich aussieht. Fakt ist: dass der Nationalrat bereits der freien Spitalwahl in der ganzen Schweiz mit grossem Mehr zugestimmt hatte. Die Mitglieder der grossen Kammer legten jedoch nicht fest nach welchen Kriterien die Finanzierung dieser freien Spitalwahl zu erfolgen hat.
Im Ständerat wurde unter der kompetenten Leitung von Erika Forster ausgiebig über die Kostenfolgen der freien Spitalwahl diskutiert und eine Massnahme beschlossen, die den Kantonen sehr wohl entgegen kommt. Begibt sich beispielsweise ein im Kanton St.Gallen wohnhafter Patient zur Behandlung in ein ausserkantonales Spital, so bezahlt der Kanton lediglich jene Kosten, die der Eingriff auch in einem St.Galler Spital gekostet hätte. Die Mehrkosten des ausserkantonalen Aufenthaltes bezahlt - wer lediglich eine Grundversicherung hat - der Patient aus dem eigenen Sack. Wer eine Zusatzversicherung hat, erhält die Mehrkosten von der Krankenkasse rückvergütet. Es ist also nicht so, dass unsere Ständeratsmitglieder die Stimme der Kantone missachteten, vielmehr erreichten sie, dass entgegen der linken Stimmen im Ständerat den Kantonen nicht massive Kosten aufgebrummt wurden. Wenn nun wegen der freien Spitalwahl zusätzliche Kosten auf unseren Kanton zukämen, so wären sie die Folge von Patientenabwanderungen. Da aber heute schon 80 Prozent der Versicherten über eine Zusatzversicherung die nationale Wahlfreiheit haben, glaube ich nicht an grosse Verschiebungen. Ich bin überzeugt, dass trotz der Wahlfreiheit die meisten Spitalbehandlungen regional gebunden bleiben. Zumal an den St.Galler Spitälern sehr gute Arbeit geleistet wird. Die Patientinnen und Patienten schätzen ihre Regionalspitäler, das zeigt die kürzlich publizierte Umfrage von comparis.
Freundliche Grüsse Helga
Liebe Helga
Danke für deine Reaktion.
Die Regierung hat sich mit dieser Frage oft auseinander gesetzt und auch mit unserer Vertretung im Ständerat darüber gesprochen. In der Debatte hat Ständerat Stähelin bestätigt, dass es eine Kostenverlagerung auf die Kantone geben werde (siehe NZZ) und dass das aus seiner Sicht richtig sei! Die Kantonsregierungen sind dabei, sich Überlegungen zu einem Kantonsreferendum zu machen. Für den Kanton St.Gallen würde dieser Entscheid Zusatzlasten von jährlich etwa 50 -80 Mio. Franken ausmachen. Für die Regierung ist es enttäuschend, dass der Ständerat die Haltung des Nationalrates nicht korrigiert hat. Es ist aber auch nicht verwunderlich, sitzen in der Spezialkommission doch einige Vertreter der privaten Versicherer, die durch diesen Kreislauf der Finanzen entlastet würden: ST Brändli/GR VR Santé-Suisse, SR David/ SG VR Helsana, SR Frick/SZ VR Swica, SR Stähelin/TG Groupe Mutuel….Erika Forster hat zwar kein solches Mandat, unterstützt diese Vorlage aber dennoch.
Diese Verlagerung würde auch bedeuten, dass Einzelpersonen einmal durch ihre Zusatzversicherung einen Beitrag zur freien Spitalwahl bezahlen und dann noch als Steuerzahler, ohne dass sie eine zusätzliche Leistung erhalten. Das kann es doch nicht sein…
Darum: ich bleibe bei meiner Haltung, dass das ungerecht ist.
Sorry und trotzdem schöner Tag
Kathrin
liebe frau hilber,
nach diesen wahlergebnissen bitte ich sie inständig, für den 2. wahldurchgang zu kandidieren… ich bin weder in SG noch eine sp-wählerin aber wir brauchen dringend ein gegengewicht zu rechts…
wenn ich könnte würde ich sie wählen!
nur für diesmal “leider” in AR
besten dank!
serafina
Liebe Frau Hilber
Ich stimme Serafina zu und auch ich bitte Sie dringend zu kandidieren. Ich wohne in SG und ich werde Sie sicher wählen.
Besten Dank!
Arwen
liebe kathrin
als genosse bitte ich dich, in den 2. wahlgang einzusteigen.
im besten fall - auf den hoffe ich - reicht es, wenn nicht, werden sich die bürgerlichen gegenseitig schwächen und sich im hinblick auf kommende wahlen steine in den weg legen.
also, bitte für den 2. wahlgang kandidieren.
viel erfolg
max
respekt vor ihrem weisen entscheid. ich denke, sie wären bestimmt eine gute ständerätin gewesen - doch wichtiger ist, dass wir keine blocher-attrappe als kantonsvertreter wollen. meine stimmen gehen somit nun klar an forster/david!
Hallo liebe Kathrin, ich bin auch ein wenig entäuscht über dein und das Wahlergebnis der SP allgemein.Habe es aber so erwartet, die Stimmung war von vornherein nich sehr Positiv zugunsten der SP, was wohl auch dem Agressiven teils auch unter der Gürtellinie betriebenen Wahlkampf der Schweizerischen Vollidioten Partei zuzuschreiben ist zudem war die SVP einfach zuviel in den Medien mit dem Theater um Blocher, nun mal soll sich ja nicht aufregen und Positiv bleiben, also ich wünsche mir von euch das Ihr sachlich, ehrlich euren Weg weitergeht und kämpft. Ich möchte Ihnen danken für alles was sie für uns St Galler Bürger bisher gemacht haben. Zudem finde ich es richtig das sie für den 2 Wahlgang nicht mehr kandidieren, obwohl eine starke Frau wie sie wohl sehr viel bewegen könten im Stöckli, aber ich sehe es so wie sie ein Toni Brunner welcher nur mir einer grossen Klappe und nicht wirklich mit Taten für aufsehen sorgt gehört nicht in den SR. Ich denke ihr verzicht ist die einzige Chance dass der SR sitz nicht von der SVP erobert wird. Nun wüsche ich dir und der SP alles gute und viel Erfolg für die Zukunft. macht weiter so.
viele liebe Grüsse aus dem Toggenburg Urs