Am 6. Januar 2008 hat die SP des Kantons St.Gallen meine Kollegin Heidi Hanselmann und mich für eine weitere Amtsdauer zur Wahl in die Regierung des Kantons St.Gallen vorgeschlagen.
Ich freue mich darüber. In meiner bisherigen Regierungstätigkeit habe ich erfahren, dass sich die politische Arbeit in einer Exekutive sehr spannend und interessant gestalten lässt. Das Spannungsfeld zwischen den verschiedenen Werthaltungen und Vorstellungen der politischen Kräfte in unserem Kanton ist zwar vielfältig und gross. In diesem Prozess mitzuwirken, im Dialog mit anderen Regierungsmitgliedern, im Zusammenwirken mit dem Kantonsrat, den Gemeindepräsidenten, den verschiedenen Vertretungen der Interessenverbänden gibt dieser verantwortungsvollen Tätigkeit hohen Sinn. Ich habe die Überzeugung gewonnen, dass die Gestaltungskraft der Demokratie gross ist, wenn es allen beteiligten Kreisen gelingt, die Zusammenarbeit zu fördern, den gemeinsamen Nenner zu suchen und ihn als Konsensbasis in den Mittelpunkt des politischen Wirkens zu stellen.
Nur schöne Worte? Nein. Aber es braucht das Bekenntnis aller politischen Parteien, dass sie mitwirken wollen und die Entwicklung und das Wohl unseres Kantons in den Mittelpunkt stellen. Das ist mehr wert und zukunftsweisender als eine undefinierte Oppositionspolitik, die es in einem konsensorientierten demokratischen System eigentlich nicht gibt.
Ich freue mich, wenn Sie meiner Kollegin und mir am 16. März 2008 die Stimme geben und Kandidatinnen und Kandidaten der SP in den verschiedenen Wahlkreisen unterstützen.
Herzlichen Dank
Kathrin Hilber
geschrieben am 11. Januar 2008 um 19:48 Uhr von Kathrin Hilber
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2007 war in vielerlei Hinsicht ein bewegtes Jahr. Meine Kandidatur in den Ständerat hat mir persönlich zwar nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Trotzdem gab diese Kandidatur letztlich einen Sinn, weil die massgebenden politischen Kräfte im Kanton St.Gallen zum Wahlkampf heraus gefordert werden konnten. So gab es auch eine Wahl mit Auswahl. Mit meinem Verzicht auf den zweiten Wahlgang konnte verhindert werden, dass die politisch Rechte ins Stöckli einzieht.
Ich gebe es auch gerne zu: Die Abwahl von Bundesrat Blocher befürworte ich und ich bin froh, dass unsere Demokratie auf diese Weise Verantwortung übernimmt für eine politische Kultur, die den Namen verdient. Wenn Menschen schlecht gemacht und verhöhnt werden, wenn die Spielregeln in der Konkordanz wiederholt einseitig gebrochen werden, dann muss die Politik auch handeln. Das hat das neu gewählte Parlament am 12. Dezember 2007 gemacht.
Konkordanz ist auch das politische Erfolgsrezept in den Kantonen. Diese Erfahrung konnte ich in den letzten zwölf Jahren machen. Eine gute Erfahrung, die mich motiviert, auch im neuen Jahr als Mitglied der Regierung mitzuwirken und die Geschicke des Kantons St.Gallen erfolgreich zu steuern.
Am 6. Januar 2008 wird dazu mehr zu erfahren sein.
Meine besten Wünsche begleiten Sie durch die Festtagszeit und ins neue Jahr 2008.
Kathrin Hilber
geschrieben am 19. Dezember 2007 um 15:34 Uhr von Kathrin Hilber
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Vor einigen Tagen haben sich die Finanz-und Gesundheitsdirektoren aus allen Kantonen erneut gegen eine Lastenverschiebung im KVG zur Wehr gesetzt. Heute können alls Grundversicherten innerhalb des Kantons frei wählen, in welchem Spital sie sich behandeln lassen wollen. Und wer diese Freiheit für die ganze Schweiz haben will, kann für wenig Geld eine Zusatzversicherung abschliessen. Wenn es nun nach dem Willen des Ständerates geht, müssten die Kantone für diese freie Spitalwahl die Kosten übernehmen und auf diesem Weg die Privatversicherer entlasten. Anders gesagt: die freie Spitalwahl würde mit Steuergeldern finanziert, die das private Zusatzversicherungsgeschäft entlasten würde. Für den Kanton St.Gallen würde das eine zusätzliche Belastung von jährlich über 50 Millionen Franken oder etwa fünf Steuerprozente bedeuten. Ärgerlich, dass unsere beiden Ständeräte Eugen David und Erika Forster die Interessen des Kantons nicht vertreten und zu dieser Lastenverschiebung Ja sagen. Kein Wunder, denn Eugen David hat als Helsana Verwaltungsratspräsident verschiedene Hüte an…..
geschrieben am 8. Oktober 2007 um 16:49 Uhr von Kathrin Hilber
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Gestern fand an der HSG, Universität St.Gallen, die Verleihung des “Prix des generations” statt. Waris Dirie erhielt diesen Anerkennungspreis für ihr grossartiges Engagement gegen die Beschneidug von Mädchen. Die Begegnung mit ihr hat mich sehr berührt. Die junge Frau, die in verschiedenen Büchern ihr eigenes Schicksal als beschnittenes Mädchen und als Frau beschrieben hat, stand mit grosser Ausstrahlung da. Sie beklagte nicht ihr eigenes Leid, sondern forderte unmissverständlich den Kampf gegen diese Rituale, im Wissen, dass sie in ihrer eigenen Heimat deswegen verurteilt wird. “Wüstenblume”, das Buch von Waris Dirie, ist ein Muss für Menschen,die sich gegen diese Menschenrechtsverletzungen einsetzen, ob hier oder anderswo. Denn der Kampf beginnt mit Wissen.
geschrieben am 9. September 2007 um 17:11 Uhr von Kathrin Hilber
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Es gehört sich so. Wenn ich in Bahnhöfen warten muss, lasse ich mich in einer Buchhandlung inspirieren und kaufe mir für die Weiterfahrt ein neues Buch.
In aller Eile konnte ich gestern in der Buchhandlung beim Bahnhof in Zürich ein Buch kaufen. Und dann ging die Zugfahrt nach St.Gallen viel zu schnell. “Es klopft” von Franz Hohler hat mich in den Bann gezogen. Spannend. Franz Hohler führt einem ganz nah zu den beteiligten Personen. Man kann einfühlen und mitempfinden. Gleichzeitig gibt es Momente, die den Blick aus der Vogelperspektive erlauben.
Ich kann das Buch sehr empfehlen…und ich habe es heute fertig gelesen.
geschrieben am 6. September 2007 um 16:20 Uhr von Kathrin Hilber
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Als Regierungspräsidentin durfte ich am Fest für Jörg Abderhalden teilnehmen und ihm im Namen der Regierung unsere Freude, unsere Wertschätzung und Hochachtung für seine grossartige Leistung zum Ausdruck bringen.
Es war ein beeindruckendes Fest. Leute aus dem Dorf haben innert Stunden ein Festzelt aufgebaut. Aus nah und fern sind sie ins Toggenburg gereist und haben sich mit dem Schwingerkönig gefreut.
An diesem Abend ist viel von “Königen” geredet worden. Das Toggenburg wurde vorübergehend zum “Tal der Könige ” umbenannt.
Im Sprachgebrauch spiegeln sich Empfindungen und Gedanken mit hohem Symbolwert. Für mich ist an diesem Abend sehr klar geworden: wenn im Toggenburg von “Königen” geredet wird, denkt man nicht an Schlösser, Macht, Geld und Luxus, sondern verbindet diesen Ehrentitel mit dem Brauchtum, wo die Leistung eines Einzelnen zählt und in “königlichem Glanz” erscheinen darf. Es gibt keine Region in unserem Kanton, in der das Brauchtum eine derart wichtige Rolle spielt. Das Toggenburg ist die Heimat des Schwingersportes und des Naturjodels, konkurrenzlos, weil nur in diesem Tal dieses Brauchtum so tief im Volksempfinden verwurzelt ist. So gesehen ist das “Tal der Könige” für mich das “Tal des Brauchtums”. Dort wird das Kräftemessen gelebt und der “Hosenlupf” ernsthaft geübt und nur einer kann gewinnen. Es gibt aber auch keine st.gallische Region mit so vielen Chören und Jodlergruppen, wo so intensiv gemeinsam gesungen und musiziert wird. Dabei bleibt niemand unberührt, niemand kann sich diesem emotionalen Erlebnis entziehen. Das Toggenburg findet in den Seelen statt.
Hier Einzelsieg, dort Gruppenleistung? Ja, das ist das Toggenburg mit seinem Brauchtum. So bleibt das Toggenburg was es ist: das “Tal der Könige” und das “Tal des Brauchtums”. Gut so.
geschrieben am 30. August 2007 um 14:05 Uhr von Kathrin Hilber
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Haben Sie gewusst,
…dass das Ohr das Organ ist, das bereits im achten Monat der Schwangerschaft vollständig ausgebildet ist?
…dass Kinder über dieses Organ mit der Umwelt verbunden sind bevor sie auf der Welt sind ?
…dass das Ohr im Sterbeprozess auch zuletzt stirbt?
An einer Sitzung über das geplante Klanghaus im Obertoggenburg hat der Musiker Peter Roth erklärt, warum der Ton, die Musik, das Singen, die eigene Stimme für uns Menschen so lebenswichtig sind. Klänge sind stimulierend, Klänge motivieren, beleben.
Ich freue mich, dass das Klanghaus dort entstehen soll, wo viel gesungen wird. Es gibt keine Region in unserem Kanton, in der so viel gesungen wird wie im Obertoggenburg. Die Naturstimmen beleben das Tal, locken Menschen an, die ihre eigene Töne hintragen ins Toggenburg, wenn sie ans Naturstimmenfestival reisen.
Am 29. August 2007 ist die Bevölkerung um 20 Uhr in die Alte Propstei in Alt St.Johann eingeladen. Im offenen Gespräch soll sie informiert werden über das geplante Vorgehen zum Projekt Klanghaus.
Kommen Sie auch, Sie sind herzlich eingeladen.
geschrieben am 24. August 2007 um 10:22 Uhr von Kathrin Hilber
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Austausch und Zusammenarbeit
Mit dem Ziel, ein Gefäss zu schaffen, in dem sich die Entscheidungsträger von Kanton, Gemeinden und der Regionalplanungsgruppen austauschen können, wurde anfangs dieses Jahres die Tripartite Plattform Region ins Leben gerufen. Die Federführung liegt beim Kanton, als deren Vertreterin die Vorsteherin des Departements des Innern, Kathrin Hilber, die die fachliche Koordination inne hat. Dabei arbeitet sie eng mit dem Präsidenten der VSGP (Die Vereinigung St. Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten), Beat Tinner, zusammen. Zweimal pro Jahr trifft man sich zu einer halbtägigen Gesamtkonferenz. «Und da wir auch in den Regionen präsent sein wollen, gehen wir dafür in die Regionen hinaus», so Kathrin Hilber. Gestriger Versammlungsort war Wattwil, dies auf Anregung von Lichtensteigs Stadtpräsident Roger Hochreutener, der den Anlass auch gleich organisierte.
Im Bestreben, die Interessen zu bündeln, beteiligen sich jeweils auch Fachleute aller Departemente an der Konferenz. Ihre Anwesenheit steht auch als Zeichen dafür, «dass man», so Beat Tinner, «nicht nur Symptombekämpfung betreiben, sondern nach neuen Ansätzen suchen und Probleme lösen will». Für Kathrin Hilber ist denn auch die Zusammenarbeit oberstes Ziel. «Und dass bereits jetzt zusammengearbeitet wird, beweisen die 259 Kooperationen, die es aktuell in unserem Kanton gibt», betont die Regierungspräsidentin.
Ausschnitt aus dem Bericht des St.Galler Tagblatts - Ausgabe der Toggenburger vom 18. August 2007
geschrieben am 23. August 2007 um 14:20 Uhr von Kathrin Hilber
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Geht es Ihnen auch wie mir? Da denke ich über dies und das nach und entdecke in einem meiner vielen Bücher ein Zitat, das mich dann packt, nicht mehr los lässt…..
“Seit 20 Jahren arbeite ich an einem Kunstbegriff, in dem jeder Mensch einbezogen ist in den Gestaltungsvorgang. Wo man also tatsächlich und mit einer wirklichen Begeisterung zu dem Ergebnis kommt:
Jeder Mensch ist ein Künstler
Und dies beginnt beim Denken. Denn das lebendige Denken ist bereits ein skulturaler, also bildhauerisch-formender Vorgang, und aus dieser erkenntnistheoretischen Wahrheit leitet sich der Mensch als ein Künstler-als Gestalter-am sozialen Organismus ab” (Joseph Beuys)
Das gibt Energie für meine nächsten Impulse in der Kulturpolitik.
geschrieben am 19. August 2007 um 13:06 Uhr von Kathrin Hilber
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…dass die Schweiz im internationalen Vergleich einen Spitzenplatz in der Wiederverwertung von Aludosen einnimmt?
Es ist eine Superleistung, dass in unserem Land 90% aller Aludosen den Weg zurück zum Start finden.
Als Regierungspräsidentin durfte ich bei einer Preisverleihung mitwirken, wo Kunstwerke aus Aluabfällen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nach einer Jurierung unter Leitung des Künstlers Rolf Knie ausgezeichnet wurden. Die über 150 Werke sind bis im Oktober im Kinderzoo in Rapperswil ausgestellt. Ein Besuch lohnt sich.
Wie hat die Schweiz dieses ökologische Bewusstsein entwickeln können? Dafür gibt es viele Gründe. Einer liegt bestimmt in unserer Mentalität, in der Sauberkeit und Ordnung, die zu unserem Markenzeichen gehört.
Ich erinnere mich gut daran, als das Thema “Abfallbewirtschaftung” anfangs der 1970er Jahre in die Haushalte getragen wurde. Damals wurde in einer grossartigen Kampagne ein neuer Umgang mit Abfällen angeregt. In Quartieren und Gärten sind Kompostiermöglichkeiten entstanden. Und auch das “Kafideckelisammeln” wurde entdeckt. Seither gibt es viele Fans, die mit grosser Sammlerleidenschaft diese Aludeckeli schützen, damit handeln und bewirken, dass das Bewusstsein einer breiten Bevölkerung für den Wert der Alufolie gewachsen ist. Es war damals eine nachhaltige kreative Art der Wirtschaft und der Marketingbranche dafür zu sorgen, dass über ein Produkt das Bewusstsein für die ökologische Mitverantwortung der ganzen Bevölkerung entwickelt werden konnte. Wenn jede Kaffeegeniesserin und jeder Kaffeegeniesser tagtäglich beim Gebrauch des ” Kafirähmlis” daran erinnert wurde, dass man Alu wieder verwerten kann, so war das eine gekonnte Werbung für eine ökologische Wirkung.
Und heute? Der Umgang mit den Ressourcen wie Strom, Gas, Wasser wird eines der nächsten grossen Themen sein, das nicht nur auf dem politischen Tisch von Regierungen und Parlamenten bearbeitet werden muss, sondern auch im kreativen Dialog mit der Bevölkerung weiter entwickelt werden muss. Diese Gedanken beschäftigen mich…………
geschrieben am 16. August 2007 um 16:30 Uhr von Kathrin Hilber
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